...liest gerade „Air“ von Christian Kracht

Paul ist Inneneinrichter und lebt auf den Orkney Inseln in Schottland. Als ihn der Auftrag eines Dekorationsmagazins erreicht, das perfekte Weiß zu finden, bricht er nach Norwegen auf, um ein riesiges Rechenzentrum in ebendiesem auszumalen. Doch nach einem Stromausfall verschwindet er plötzlich und erwacht...tja, wo? In einer Märchenwelt? Einer anderen Dimension? Einem Traum? Einem unentdeckten Flecken Erde? Im digitalen Gedächtnis der Rechner? Die Szenerie mutet mittelalterlich, geradezu fantastisch an und schnell beginnt eine Abenteuerreise auf Leben und Tod.

 

So sehr es auch an manchen Stellen um Philosophie, Physik, Entitäten, Erinnerungen und Vorstellungen geht, so viele Verweise dem Text auch eingeschrieben sein mögen, ereilt nicht nur den Protagonisten schließlich ein Gefühl von Verflachung und Zweidimensionalität, sondern auch mich.

 

Ein großes Fragezeichen bleibt zurück. War das ernst gemeint oder ein Witz? Will Kracht den Literaturbetrieb an der Nase herumführen? Und weswegen genau war das Buch für den Preis der Leipziger Buchmesse 2025 nominiert?

 

Entgegen all der Begeisterungsstürme im Feuilleton war der Roman für mich eine große Enttäuschung.

 

 

 

Christian Kracht: Air

Roman

Hardcover, 224 Seiten

Kiepenheuer & Witsch, 2025