Willkommen

Alles zu Leben und Werk

Radio

Podcast

Tagebuch

Alle Blogeinträge

Bücherei

Meine Bücher


Nächste Lesungen

 

04.07., 15:00 Uhr

Berlin, Lesebühne, Bett und Buch Hotel

 

18.10., 18:00 Uhr

Freiburg, Kulturzentrum KISS,

zusammen mit Hannes Jahn

 


Letzter Blogeintrag

...liest gerade „» ...mit zerrissenem Schlaf im Gesicht«. Die Aufzeichnungen und Briefe des Arved von Sternheim. Band 2. Die Jahre 1943–1945" von Normen Gangnus

Ja, das ist tatsächlich der Buchtitel. Deswegen sofort eines vorab:

 

Was anmutet wie ein Sachbuch, ist in Wirklichkeit ein wahnwitziger, historisch detaillierter, äußerst scharfsinnig komponierter, dichter und kunstvoller Roman. Es ist einer der außergewöhnlichsten, komplexesten und beeindruckendsten Werke, die ich jemals gelesen habe. Ein monumentaler Roman, der aus allem herausragt, was ich bislang lesen durfte.

 

Aber ganz ruhig! 

 

Beginnen wir von vorne und nähern uns diesem Meisterwerk Schritt für Schritt...

 

 

BEIM HÄUTEN DER ZWIEBEL oder EINE HYMNE AN DIE LITERATUR

 

DAS VORWORT

 

Der Herausgeber Normen Gangnus legt ein Kompendium der Aufzeichnungen und Briefe eines Mannes namens Arved von Sternheim vor, seines Zeichens Kunsthändler und späterer Kurator der Kunstsammlung Hermann Görings. In einem Vorwort erklärt Gangnus sogleich, dass der erste Band mit den Aufzeichnungen der Jahre 1920 – 1929 vergriffen sei, es lohnt sich also nicht, danach zu suchen. Dafür erfahren wir im Folgenden noch einmal die wichtigsten Lebensdaten dieses Arved von Sternheim, ein Kurzabriss seiner frühen Jahre wird uns präsentiert, die im ersten Band anhand eines Zufallsfunds in einem Antiquariat nachgezeichnet werden konnten.

 

Demnach wurde Arved von Sternheim 1901 in Pommern auf einem Landgut geboren, besuchte später das Internat von St. Gallen und ging schließlich als Kunststudent nach Florenz. Beschrieben wird er als ein idealistischer Ästhet, stets ruhelos und suchend, mit dem Auge für Details im Alltäglichen. Zugleich war er ein manischer Schreiber von Tagebüchern und Briefen und hielt so sein Leben fest, womöglich als eine Art von Selbstvergewisserung. In Florenz lernte er schließlich Anna Besdoma kennen, eine russische Adlige, die vor der kommunistischen Revolution geflohen war und zur engsten Vertrauten Arveds werden sollte.

 

Der nun hier vorliegende Band ist wiederum einem Zufallsfund zu verdanken und stellt die historisch-kritische Ausgabe der Jahre 1943 - 1945 dar. Eine Kladde mit Briefen, Notizen und Tagebuchaufzeichnungen fand sich in den der Öffentlichkeit zugänglichen Archivbeständen des Ministeriums für Staatssicherheit. Versehen sind die Unterlagen oft mit Kennzeichnungen und Anmerkungen. Anscheinend wollte bereits die Stasi auf die Fährte jener Kunst kommen, die Arved im Namen Görings kuratierte und von der viele Werke nach dem Krieg bis heute unauffindbar geblieben sind – die Raubkunst des Nationalsozialismus.

 

 

mehr lesen 0 Kommentare